„Könnte es da knallen?“ – Antwort vom WDR

„Was passiert da am Sonntag in Köln? Passiert da was? Könnte es da knallen?“ – Mit diesen Worten begann Susanne Wieseler von der Aktuellen Stunde die Berichterstattung einer Demonstration im Juli in Köln.

Erwartet wurden mehrere Tausend Erdogan-Unterstützer. Die Berichterstattung der Aktuellen Stunde stößt schon oft an Grenzen. Kaum ist zum Beispiel Anne Gashuysen als Schwangerschaftsvertretung in der Sendung, berichtet sie auch gleich von einer INSM-Studie. Ihre Lobbyverquickungen mit der INSM und Ihrem Mann Frank Plasberg können hier nachgelesen werden: „Wie wird das Bild von Arbeitslosen negativ beeinlfusst?“ Ebenfalls „argumentieren“ die Moderatoren sehr gerne mit Studien der Bertelsmannstiftung. Diese Stiftung gehört zu den einflussreichsten neoliberalen Denkfabriken im Land.

Viel zu viel Lobby, reißerische Aufmachung von sensiblen Themen, so präsentiert sich die Aktuelle Stunde im WDR. Nun wurde es mir zu bunt und ich schrieb die Redaktion und Frau Wieseler an. Die Antwort vom WDR kann man eher in die Kategorie „ganz nett“ schieben. Eine Einsicht in diese Art von Sprache bei sensiblen Themen scheint nicht vorzuliegen. Die Antwort möchte ich Euch jedoch nicht vorenthalten:

„Sehr geehrte Frau Stoffers,

vielen Dank für Ihre Mail an die Aktuelle Stunde, in der Sie die Sendung vom 29.Juli kritisieren.
Im Grunde genommen sind wir nicht weit voneinander entfernt. Sie fordern eine kluge Berichterstattung ein, nicht reißerisch, sondern besonnen und sensibel. Das ist genau unser Ziel. Und wenn Sie unsere Berichterstattung insgesamt beurteilen, werden sie hoffentlich zu dem Ergebnis kommen, dass wir zumindest auf dem Weg dorthin sind. Wir wollen informieren, wir wollen Hintergründe liefern, Anstöße geben und wir wollen, dass die Bürgerinnen und Bürgern im Land NRW sich in unserer Sendung mit ihren Anliegen, Wünschen und Befürchtungen wiederfinden.
Sie beklagen unsere Anmoderation  zu dem Stück über die Vorbereitungen auf die Erdogan-Demonstration in Köln. Wenn man die von Ihnen zitierten Sätze in Schriftform isoliert betrachtet, wird man aber m. E. nach der Stimmung, in der diese Sätze vorgetragen wurden und dem Kontext nicht gerecht. Vorher weisen wir ganz sachlich in einer Schlagzeile auf 30.000 Teilnehmer hin und auf einen Polizeichef, der das Verbot der Pro-Erdogan-Demonstration prüft. Erst später folgt der von Ihnen zitierte Satz – ruhig, eher besorgt gesprochen, und dann weitere Fakten und Erläuterungen in der Moderation, bevor ein aktueller Film die Vorbereitungen des Tages zusammen fasst. Ich bin mir sehr sicher, dass die meisten Zuschauer an dieser Moderation nicht Problematisches fanden.
Das Pro und Contra zu TTIP haben wir viele Male in unseren Sendungen erörtert. Sondersendungen heben wir nur ins Programm, wenn wir ein hohes öffentliches Interesse voraussetzen können. Das schien uns bei einer Demonstration der Erdogan-Befürworter mit 30.000 Teilnehmern und etlichen Gegendemonstrationen in einer aufgeheizten Diskussion gerechtfertigt.
Ich hoffe, ich konnte ein wenig zur Aufklärung beitragen.
Mit freundlichen Grüßen
Jörg Brücher
Westdeutscher Rundfunk
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Funkhaus Düsseldorf
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40221 Düsseldorf
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2 Kommentare zu “„Könnte es da knallen?“ – Antwort vom WDR

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