Wenn das BGE Schnittstellen zu den Reichsbürgern aufzeigt…

…fängt das Differenzieren an.

Es ist nicht mehr so ganz einfach zu erkennen, wer die Guten oder weniger Guten in der Gesellschaft sind. Der Feind meines Feindes ist nicht gleich mein Freund. Mit dieser Einstellung versuche ich ein wenig zu verstehen, wer sich wie positioniert und wieso.

Als ich heute einkaufen war, was durchaus als Konsumverweigerer auch mal sein muss, führte ich folgendes Gespräch:

Ich reihte mich gerade in die Schlange an der Kasse, da gesellte sich gleich ein Herr zu mir.

Er: „Ich stand gerade auf der falschen Seite.“

Ich: „Und ich mache eigentlich nie das, was alle tun. Aber an der Kasse gehe ich doch mal der Masse hinterher.“

Der Mann mit silbergrauem Haar, groß gewachsen, erinnerte mich ein wenig an Götz Werner. Götz Werner ist Unternehmer der Drogeriekette dm und setzt sich offensiv für das Bedingungsloses Grundeinkommen ein.

Er: „Das ist gut so. Man sollte nie das tun, was alle tun und immer nachdenken.“

Ich: „Aber es ist doch gewünscht, dass man keine Fragen stellt. Man darf doch nicht mehr nachdenken. Im Job heißt es: ‚Das hat Sie nicht zu interessieren‘.“

Er: „Man will die Menschen dumm halten. Aber man lebt ja nicht, um zu arbeiten, sondern arbeitet, um zu leben.“

Allmählich wurde mir der Mann sympathisch. Ich freue mich ja stets Menschen zu treffen, mit denen man ein Gespräch führen kann. Ein Gespräch mit Substanz.

Ich: „Es wird erwartet, dass man stupide nur immer eingeschränkt das am Arbeitsplatz tut, was man immer tut. Ohne zu denken.“

Wir standen an der Kasse und die Kassiererin machte genau das. War das jetzt respektlos? Oder einfach nur notwendig? Ich halte es für notwendig!

Ich: „Aber Fragen stellen und mich zu interessieren, hat mich auch in eine Posttraumatische Belastungsstörung nach Mobbing geführt. Das ist die Konsequenz, wenn man nicht das tut, was alle tun.“

Er zeigte Verständnis durch eine Geste.

Ich: „Dann sind Sie doch bestimmt für das Bedingungslose Grundeinkommen?“

Er: „Ja!“

Ich: „Es wird jetzt wählbar. Das Bündnis Grundeinkommen hat sich als Partei konstituiert und wird zur Bundestagswahl wählbar sein.“

Er: „Dann kennen Sie bestimmt den alt-Gelsenkirchener Andreas Popp? Der ist auch für das Bedingungslose Grundeinkommen“

Ich wusste gar nicht, dass er aus Gelsenkirchen ist. Das habe ich jetzt auch nicht weiter geprüft.

Ich: „Ne, mit Andreas Popp möchte ich nichts zu tun haben!“

Er: „Aber er sagt die Wahrheit!“

Ich: „Es gibt nicht die eine Wahrheit. Es gibt immer nur die Wahrheit des Einzelnen.“

Er: „Aber er hat recht.“

Ich: „Nur weil er auch für das Bedingungslose Grundeinkommen ist, müssen wir nicht die gleiche Intention haben.“

An dieser Stelle findet der Spruch statt: „Der Feind meines Feindes ist nicht gleich mein Freund“. Oder besser gesagt: „Wer das gleiche will, hat nicht immer die gleichen Beweggründe.“

Ich: „Tut mir leid, aber mit den Reichsbürgern und den Rechten möchte ich nichts zu tun haben!“

Erstaunlicherweise wurde der Mann nicht aggressiv. Er blieb ruhig, was ich von dieser Szene nicht wirklich kenne. Aber unser Gespräch war sowieso vorbei, da wir beide unseren Bezahlvorgang an der Kasse beendet haben.

Meine Beweggründe, wieso ich für ein Bedingungsloses Grundeinkommen bin, kann ich klar erläutern. Es geht um die Menschenwürde! Es geht darum, dass Menschen ein Recht auf Existenz und Teilhabe haben. Es geht darum, dass Menschen als Mensch gesehen werden, unabhängig von ihrer Arbeit.

Was jemand für Beweggründe haben mag, der die Bundesrepublik Deutschland als GmbH sieht und mit Menschen zusammenarbeitet, die in der Öffentlichkeit schon mit rechtem Gedankengut und rechten Äußerungen auffällig wurden, mag ich zu diesem Zeitpunkt nicht fundiert belegen können. Aber eines ist klar: Mit Menschen, die auf emotionaler Ebene andere Menschen erreichen wollen, ihnen Fakten vorgaukeln, die nicht der Realität entsprechen, ihre Anhänger instrumentalisieren, was schon ins sektiererische geht, mit denen werde ich ein Bedingungsloses Grundeinkommen nicht unterstützen.

Da bezweifle ich, dass wir die gleichen Beweggründe haben.

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