Mein Balkongarten im März 2017

Und der März hielt gleich eine Überraschung bereit. Während ich meine Kartoffelsaison plante, öffnete ich die Säcke und fand tatsächlich noch knapp 1,5 kg verwertbare Kartoffeln aus der letzten Saison. Macht mach man sich Gedanken, wie Kartoffeln am besten gelagert werden, kann ich nur sagen: Bei Frost auf dem Balkon im Kartoffelsack. Sowas würde in keinem Ratgeber stehen, hat aber bei mir funktioniert. Egal, wie man mit der Natur arbeitet, es ist doch immer alles ganz anders. Oder oft.

Der März ist nun schon fast vorbei und ich schreibe jetzt erst den Bericht. Das liegt daran, dass der Balkon erst mal geputzt und die Pflanzen getopft werden mussten. Es gab viel Arbeit in diesem Monat. Mein Liebelein war so lieb, deshalb heißt er ja so, und baute mir mein Hochbeet auf. Nun konnten auch die Karotten raus.

Karotten, Petersilie, Pastinaken

Hochbeet1

Meine Karotten hatte ich ja bereits im Februar angezogen. Sie kamen aber schneller, als mir lieb war. Denn sie wuchsen und draußen war noch zu schlechtes Wetter, mein Hochbeet aufzubauen. Jetzt sehen sie ein wenig schlapp aus. Aber wenn die Sonne scheint, recken sich die Blätter ihr entgegen. Sicherheitshalber habe ich auch noch welche ausgesäht. Schließlich möchte ich auch nicht alle Karotten auf ein mal ernten müssen.

Da wir sehr gerne Joghurt essen und ich ungerne Müll produziere, habe ich mir überlegt, die Eimer zu bekleben, Löcher hineinzubohren und auch sie als Blumentöpfe zu nutzen. Ja, ich weiß, Plastik soll vermieden werden. Aber wir können alle keine perfekten Menschen sein. Wir reduzieren ja, wo wir können. Sollen wir deshalb Joghurt kaufen, der uns nicht schmeckt? Immerhin wachsen in den Behältern nun Pflanzen. In diesem Fall habe ich die Petersilie eingetopft. Einen Haken hatte ich noch übrig, weitere muss ich noch zukaufen. Aber das Hochbeet bietet sich an, von Töpfen umrankt zu werden. Das spart auch wieder Platz.

Die Pastinaken habe ich direkt ausgesät. Und da ruht das Saatgut nun. Ich bin gespannt, wann sich was zeigt.

Porree, Echinacea und Chili

Chili_Porre_Echenacea1

Die ersten angezogenen Pflanzen befinden sich nun im Topf. Also habe ich wieder Platz für eine weitere Anzucht. Die Chilis kämpfen weiter gegen Schneckenbefall. Ich habe es schon mit Bierfallen und Schneckenkorn versucht. Wenn ich eine entdecke, wird sie sogleich entsorgt. Diese Seuche muss ich mir wohl mit irgendeiner Blumenerde im letzten Jahr ins Haus geholt haben. Aber auch das ist Natur und wir müssen Lösungen finden, lernen.

Porree habe ich zum ersten mal. Ich las, dass man das Lauch, wie Kartoffeln anhäufeln muss. Zum Aussäen ist es noch zu kühl, also ziehe ich es erst mal an. Und dann geht es ab ins Hochbeet. Wenn man ganz genau hinsieht, kann man schon die ersten grünen Keime entdecken.

Im letzten Jahr sähte ich die Echinacea Purpurea (Roter Sonnenhut) direkt aus. Ihr Freund war die Ringelblume. Während die Ringeblume prächtig wuchs, war von dem Sonnenhut nichts zu sehen. Also las ich in meiner Vorbereitung, dass die Echinacea eben wie Tomaten vorgezogen werden. Sie lieben Temperaturen um die 20°C. Klar, dass ein Sonnenhut auch Sonne und Wärme braucht. Nun warte und hoffe ich. Denn diese Pflanze ist ein Heilkraut, welches auch bei Kopfschmerzen hilft.

Dong Ling Cao

Dong Ling Cao1

Dieses Heilkraut hatte ich bereits im letzten Jahr erwähnt. Aber es war so sehr empfindlich, wie eine Mimose, dass ich es ruinierte. So dachte ich. Mein Fehler war, dass das Kraut nicht von oben gegossen werden will. Die Blätter sind da ganz empfindlich. Das liebe ich an der Natur: Sie spricht mit Dir. Und ich staunte nicht schlecht, als mich in diesem Monat wieder neue Blätter begrüßten. Also ist Dong Ling Cao nicht nachtragend. Ich finde dieses Kraut sehr wichtig auch für´s Studieren. Denn es gibt Studien, die bereits belegen, dass es Wirkstoffe gegen Krebs enthält. Als Tee getrunken schmeckt es aber gar fürchtlerich bitter.

Huflattich

Huflattich1

Den Huflattlich habe ich bereits auch schon einige Jahre. Dieses heimische Heilkraut hat sich in diesem Jahr nur umentschieden. Kommen zuerst die wunderhübschen gelben Blüten und dann die Blätter, begrüßen mich in diesem Jahr erst die Blätter. Auch hier zeigt die Natur wieder, dass nicht alles so sein muss, wie in den Büchern beschrieben. Huflattich hilft ganz gerne bei Husten, Athma und anderen Atemwegskrankheiten. Aber ich arbeite ihn auch in meine Salben mit ein. Denn er wirkt antibakteriell, entzündungshemmend und blutstillend.

Liebstöckel

Liebstöckel1

Was soll ich über den Liebstöckel sagen? Dieses Maggikraut kennt beinahe jeder. Ich machte die Erfahrung, dass die Blätter sicht wirklich gut trocknen lassen und man über den Winter einen guten Vorrat hat. Aber nun kommt wieder frischer Liebstöckel in den Eintopf.

Tomate, Pak Choi

Tomate Pak Choi1

Die Tomatensorten kommen nach und nach. Einige gehen mir ein. Ich hatte wohl zu lehmige Erde verwendet. In der konnten sich die Wurzeln nicht entwickeln. Außerdem scheint es nachts noch zu kalt zu sein. Ich versuche gerade ein paar Tomaten zu retten. Im letzten Jahr dachte ich auch, das wird nix. Und dann gab es doch noch eine große Ernte.

Den Pak Choi hatten wir im letzten Jahr in unserem Urban Gardeningprojekt im Freigarten Schalke. Der schmeckte mir so gut, dass ich ihn in diesem Jahr auch auf meinem Balkon domestiziere. Und siehe da, nach weniger als 7 Tagen wächst der kleine Schlingel schon vor sich hin. Pak Choi kann man entweder als Salat essen oder wie Spinat verarbeiten.

Salat

Salat1

Der vorgezogene Eichblattsalat hat es sich nun auch draußen bequem gemacht. Es ist derzeit, trotz der Sonne, noch viel zu kühl. Ich bin schon froh, dass er sich stabilisiert. Aber wenn er beginnt zu wachsen, kann man bald nur noch gegen anessen. Das mündet dann darin, dass man irgendwann im Jahr keinen Salat mehr essen und sehen mag. Aber jetzt freue ich mich drauf!

Kräuter, Zwiebel

Kräuter1

Die heimischen Kräuter sind quasi unkaputtbar. Das Gänsefingerkraut schimmert mir silbrig entgegen, der Frauenmantel schmückt den Topf mit seinen samtigen Blättern. Da wird man schon mal ein wenig poetisch. Diese beiden Heilkräuter können so viel und sind variationsreich einsetzbar. Gerade eben auch in der Frauenheilkunde.

Bei der Zwiebel handelt es sich erst mal um ein Experiment. Als ich in meinen Zwiebeltopf griff, war da diese vorgekeimte Zwiebel. Ich dachte: „Die drückst Du jetzt mal einfach in die Erde.“ Das Lauch hat sich schon blendend entwickelt. Man kann es jetzt sogar schon zum Würzen nutzen. Ich möchte aber wissen, wie diese Zwiebel tickt. Wird sie später wie Kartoffeln zu ernten sein? Ich hörte, Zwieben sind tückisch. Auch hier gilt: Machen, schauen, lernen.

Kartoffeln, Kartoffeln, Kartoffeln

Kartoffeln1a

Eingangs erwähnte ich, noch Kartoffeln aus der letzten Saison gefunden zu haben. Aber das war noch nicht alles. In einem anderen Sack keimten mir schon ein Paar entgegen. Irgendwann wurde das Wetter so schlecht, dass ich mich im letzten Jahr nicht mehr lange auf dem Balkon aufhielt, um in den Säcken zu wühlen. Und nun kommen die vergessenen Kartoffeln gleich wieder dazu, sich zu vermehren.

Kartoffeln2a

Parallel dazu habe ich bereits vor wenigen Wochen Kartoffeln vorkeimen lassen. Die kamen dann in die Erde und nun

Kartoffeln3a

werden sie angehäufelt. Die Fotos sind von gestern und gerade sah ich schon wieder Blätter errausragen. Das geht nun unheimlich schnell. Ich glaube, ich muss noch Erde besorgen. Also sag ich mal tschüss, bis zum nächsten Blogbeitrag!

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2 Kommentare zu “Mein Balkongarten im März 2017

  1. Pingback: Mein Balkongarten im Juli 2017 – gesellschaftentwickelnblog

  2. Pingback: Mein Balkongarten im August 2017 – gesellschaftentwickelnblog

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